Biografie

Zwoisy Mears-Clarke, Choreograf

Ich verstehe mich als Choreograf der Begegnungen. Meine persönliche Migrationsgeschichte – mit 13 bin ich von Jamaika in die USA, und dann von den USA nach Deutschland, gezogen – hat mich für die vielen unterschiedlichen sozialen Strukturen sensibilisiert, die Menschen oft trennen und voneinander entfremden. Was ist es, das verhindert, dass wir uns so begegnen können, wie wir sind? Ich nutze das ausgedehnte Potential des choreografischen Raums, um Formen der Unterdrückung zu konfrontieren, weil sie menschliche Interaktionen sabotieren (sowohl strukturell, als auch zwischen-menschlich).

Fotos: Marion Borriss

Tanz bietet uns zeitlich begrenzte Kontexte, die die alltägliche Nötigung durch Rassismus, kolonialer Nostalgie, Nationalismus und Vorurteilen pausieren und Möglichkeiten schafft, sich anders zu bewegen. Durch Choreographie versuche ich solche Begegnungen zu eröffnen, die unter anderen Umständen unerreichbar scheinen.

In jedem meiner Stücke kommt die Überlappung von Geschichten vor – meine eigene Erinnerung, diejenige der Menschen mit denen ich während des Entstehungsprozesses des Stücks gesprochen habe, und diejenigen des Publikums. Meine Aufführungen finden oftmals an unkonventionellen Orten statt, wie in Galerien oder auch draußen. Durch den Wechsel zwischen gesprochenen Sprachen und Bewegungssprachen und durch die Nutzung des Proszeniums, bieten meine Choreografien die Möglichkeit uns selbst und anderen Menschen neu zu begegnen.

Bei folgenden Lehrer*innen habe ich Bewegung und Tanz studiert: Billie Hanne, Jodi Melnick, Kirstie Simson, Mary Cochran und Nancy-Stark Smith. Darüber hinaus habe ich für die Choreograf*innen Isabelle Schad, Susan Rethorst, Kyle Abraham, Will Rawls und Alexandra Pirici. Performances und Stücke habe ich an verschiedenen Veranstaltungsorten in Berlin und New York gezeigt – bspw. im HAU, in den Sophiensaelen, im New York Live Arts, im Tank und im Glicker-Milstein Black Box Theater. Vor kurzem habe ich vom Life Long Burning Network des Veem House for Performance, Amsterdam, eine Wild Card als Artist-in- Residence erhalten. Aktuell liegt mein Lebensmittelpunkt in Rösrath (NRW), DE.

Schwarzsein koloniales Erbe im kollektiven Gedächtnis Empathie Vorurteil Nicht-Visueller, körpergreiflicher Tanz Inklusion & körperliche Vielfalt Geschichtenerzählung

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